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Das JMStV unschädlich für private Blogger


Ich bin nicht feige und stehe zu meinem vorigen Post, dennoch möchte ich euch folgendes nicht Vorenthalten: Ich habe gerade durch Cashys neuen Beitrag zum IT-Unwort 2010 den Link auf den allseits beliebten Law-Blog und somit zur halben Entwarnung des Hypes um das JMStV gefunden.

Da der Artikel sehr lang ist, fasse ich einige Punkte zusammen:

  • Das Law-Blog verurteit das neue JMStV-System als gescheitert, da es für jede Webseite reichen würde, den Server mit Domain ins Ausland zu ziehen. Dies ist eine technische Umstellung, für den Anwender würde sich nichts ändern (eventuell ein paar Stunden Auszeit, mehr nicht).
  • es „läuft eigentlich nur auf eine Knebelung der “braven” deutschen Anbieter hinaus“ (Law Blog)
  • Es gibt, entgegen vieler Darstellungen, keine generelle Pflicht zu einer Alterskennzeichnung. Nur wer Inhalte anbietet, die ausschließlich für Nutzer ab 16 oder 18 Jahren geeignet sind, muss entweder eine Alterskennzeichnung einführen oder seine Inhalte tagsüber sperren.„(Law Blog)
  • Wer keine Inhalte anbietet, die für unter 16-Jährige durchgehend schädlich sind, muss weder eine Alterskennzeichnung einführen noch Sendezeiten beachten.„(Law Blog)
  • Es wird keine Bußgelder wegen fehlender Alterskennzeichnungen geben, außer es besteht ein Wettbewerbsverhältnis, dies ist bei privaten nicht komerziellen Blogs aber nicht der Fall.

Ich empfehle, den gesamten Artikel zu lesen, auch wenn es viel ist, es hilft!

Was sich dennoch ändert

Jeder Blog / jedes Forum, also alles muss neben dem Inhaber in Inhaltlich verantwortlichen ab 2011 auch einen Jugendschutzbeauftragten mit seiner E-Mail-Adresse nennen. Dieser Jugendschutzbeauftragte muss sich mit dem Thema JMStV auskennen, aber keinen Kurs darin besuchen, rein Theoretisch kann jeder Blogger sich selbst als Jugendschutzbeauftragten angeben. Ich jedenfalls werde das tun!

UPDATE (danke Justus): Der Jugenschutzbeauftragte muss nur definiert werden, wenn unter anderem auch nicht-private Inhalte bereitgestellt werden, was genau „nicht private“ Inhalte sind, kann ich aber nicht definieren. Mein Kontostand: privat, kommt hier aber auch nicht her… ich Blogge über Computer, Software von dritten beispielsweise, ist das schon „nicht privat“? Ich werde im Impressum mich als Jugendschutzbeauftragten nennen, dann bin ich auf der sicheren Seite.

Der Hype boomt

Und jetzt, liebe Blogger, legt euch alle wieder hin und schlaft ruhig weiter, bis 2011 ist es noch einen Monat, da wird sicher das ein oder andere noch geschehen! Nehmt eure Blogs erst mal nicht offline, erwähnt eventuell den Jugenschutzbeauftragten, aber macht nicht zu viel aus der Änderung am JMStV.

Ich für meinen Teil habe sie zu ernst genommen und werde den Law Blog jetzt erstmal in meinen FeadReader abbonieren 🙂

Was ein FeadReader ist und was ihr damit machen könnt, könnt ihr ab 01.12.2010 um 13:00 Uhr bei mir lesen: RSS, Atom, Feeds… was ist das?

Sie kommen außerhalb der Blog-Zeiten

bitconnect

So oder so ähnlich könnte es ab dem 01.01.2011 auf meinen Blogs (oliverlippert.eu, officemakro.de) und auf denen, die ich technisch unterstütze aussehen. Warum? Das Keyword ist JMStV (ziemlich guter Artikel zum JMStV auf t3n.de).  Die neuste Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, die ab 01.01.2011 in Kraft tritt, besagt zusammengefasst: jeder Pups, der ein Webangebot hat, muss jeden Inhalt druch ein Altersfreigabe-Label klassifizieren und bei FSK 16/18-Inhalten einen Prüfungsmechanismus einführen.

Das JMStV

Um es kurz zu fassen: die Bloggosphäre ist außer Rand und Band. Es gibt Blogs die ‚cool bleiben‘ und meinen, sie würden nichts ändern werden, andere sehr große, die offline gehen werden (vzlog.de) / schon offline sind (Berliner IT-Experte Kristian Köhntopp). Das Problem ist: wer nichts ändert bekommt eine finanziell prägende Abmahnung.

Die Möglichkeiten des JMStV

ZweiPunktNull beschreibt in dem Artikel drei möglichkeiten der JMStV-Kompatibilität:

  • Kostet für jeden Pups-Blog 4000€ aufwärts (pro Jahr!)
  • Einführung von Öffnungszeiten (gilt nur für Deutschland, der Blog muss also registrieren wo der Besucher herkommt und dementsprechend „ich bin zu“ oder die Inhalte anzeigen; wer entwickelt sowas?)
  • Die dritte Möglichkeit könnt ihr auf zweipunktnull lesen

Der Angriff aus der Bloggosphäre

Die Netzpolitik schlägt vor, Inhalte vorrübergehend nur Nachts zugänglich zu machen, um zu verdeutlichen wie unüberlegt die neue Änderung ist. Sie zielen dabei auf große angebote, die eventuell sogar von JMStV-Freunden genutzt werden und diese Aktion somit die für die Änderung verantwortlichen Leute betrifft. Das Motto ist halt „Einfach schließen bringt docht nichts“.

Es scheint aber der einzige Ausweg, denn auch Heise berichtet nichts erfreuliches über die JMStV-Änderung außer: „Inzwischen hat die grüne Landtagsfraktion den Fraktionsvorstand gebeten, noch einmal mit der SPD über die Ablehnung des Staatsvertrags zu sprechen.“ (heise.de)

Das finanziell wirklich große Problem am JMStV

Wenn das JMStV tatsächlich existent bleibt, weiß ich nicht was mit meinen Blogs passiert, denn wer sich nicht dran hält oder falsche Einstufungen vornimmt (evtl. auch unbewusst), dem drohen Geldstrafen bis zu eine halbe Millionen Euro (Quelle: YuccaTree Post über JMStV).

Es bleibt weiterhin spannend und aufregend und peinlich für den Staat! Das Internet ist inzwischen ein Kultureller Platz, ein dermaßen interessantes soziales Netzwerk wie eigentsändige Blogs gibt es nicht. Jeder kann jede Blogging-Software/jedes CMS einsetzen um Inhalte in der Form zu liefern, die er mag/unterstützt. So uneingeschränkt ist man weder bei Facebook noch StudiVZ noch sonstwo…

Macht uns das Internet nicht kaputt!

Der Kommentaraufruf

Ich denke mal zum kommentieren brauche ich nciht aufrufen, Kommentar-Aufrufe gibt es ja schließlich überall, aber wer auch was sagen möchte/Fragen hat: nur zu 🙂