Archiv für den Monat: März 2012

gimp2.8

GIMP 2.8 – Erste Eindrücke

Genesis Mining

Seid geraumer weile scheint die Webseite von GIMP ziemlich still zu stehen. Ich kann mich gar nicht mehr so recht erinnern, wann es das letzte Update, GIMP 2.6 gab.

Aus neugier und um sicherzugehen, dass sich da dennoch was tut, bin ich losgezogen und habe mich nach Developer-Builds umgesehen und einen Eindruck eingeholt. Die nächste GIMP-Version wird 2.8 und es ändert sich einiges.

Fotostrecke zu GIMP 2.8

Erste Eindrücke zu GIMP 2.8

Einige Bilder möchte ich nochmal etwas ausführlicher erörtern.

Single-Window-Ansicht

Schon lange hat mich bei GIMP gestört, dass es trotz so vieler Fenster so schüchtern war. Teilweise konnte ich GIMP einfach nicht überreden, also oberstes Fenster (über dem FireFox oder dem Windows-Explorer) sichtbar zu sein.

Außerdem immer diese drei oder vier einzelnen Fenster, das hat mich schon ziemlich genervt.

Abhilfe schafft dann ab GIMP 2.8 die Single-Window-Ansicht.

Exporthinweis beim Speichern

Bislang konnte man die Gimp-Bilder direkt beim Speichern im gewünschten Format ablegen. Dies wird sich mit GIMP 2.8 nun ändern. Wer Speichert, muss XCF, das offizielle GIMP-Format, wählen.

Soll wirklich ein Bild gespeichert werden, muss Exportiert ([STRG]+[E]) anstatt Gespeichert ([STRG]+[S]) werden.

Tab-Ansicht

Auch sehr genial in GIMP 2.8 finde ich die neue Tab-Ansicht, wenn im Einzelfenstermodus gearbeitet wird.

Um mehrere Bilder gleichzeitig zu bearbeiten bedient sich GIMP nämlich der aktuell wohl verbreitetsten Form der Abtrennung von Programm-Bereichen: den Tabs.

Um sich einfach zurecht zu finden, werden den Tabs keine Namen, sondern einfach eine Mini-Ansicht der Bilder zugeordnet.

Ebenen-Gruppen

Dies ist wohl einer der absolut genialsten Punkte in GIMP 2.8: Ebenengruppen.

Genau, ab jetzt können Ebenen guppiert werden. Neulich erhielt ich von einem Grafiker eine PSD-Datei mit knapp 99 Ebenen. Ich habe mich gefragt wie die verwaltet werden wollen. In Gruppen! Und das kann GIMP 2.8 nun endlich auch.

Was leider nicht geht, ist die Ebenengruppe zu verschieben, dazu müssen die Ebenen der Gruppe immernoch verankert werden…

Fazit zu GIMP 2.8

Ich werde weiterhin die GIMP 2.8 Developer-Builds benutzen, denn ich will jetzt gar nicht mehr auf das Stabile GIMP 2.6 zurück 🙂 Ich hoffe einfach dass die aktuelle GIMP 2.8 Developer-Version keine Abstürze erzeugt und freue mich schon auf den offiziellen Release der neuen Programm-Version.

Ich werde GIMP 2.8 weiter benutzen und testen und vielleicht melde ich mich dann nochmal 🙂

Piwik - Dashboard

Piwik – Warum die Arbeit?

bitconnect

Auf redirect301 gibt es aktuell die große Piwik-Umfrage. Eine dort gestellte Frage, die ich sehr interessant fand ist: Warum nutzen so viele Piwik?

Ein Aspekt der diese Frage erst wirklich attraktiv macht ist, dass Piwik pflege braucht. Eine Piwik-Installation benötigt eine Datenbank und den Speicherplatz dafür, sowie ebenso Speicherplatz für die Piwik-Dateien.

Piwik – der Aufwand

Für den, der die Piwik-Installation betreibt, ist Piwik Aufwand. Es muss nicht nur einmal Installiert und dann ewig genutzt werden, nein: es gibt auch Updates. Alle zwei oder drei Monate tippe ich mal, wird dann der Versionshinweis oben rechts in der Ecke Orange und dann steht da „Es gibt ein Update“ oder so ähnlich.

Das gute ist inzwischen (ich nutze Piwik schon seid der Version 0.5 oder so): es gibt einen automatischen Update-Prozess. So kam es bei mir noch nie zu einem Fehlerfall und ein Update von Piwik dauerte ganze 2 oder 3 Minuten.

Den Aufwand, eine eigene Piwik-Installation zu betreiben, empfinde ich als sehr gering.

Aufwändig wirds nur, wenn es ein Problem mit dem Piwik gibt, und man aus versehen die DB löscht (ist mir mal vorgekommen), denn so eine 200 – 300 MB große Datenbank (da lachen jetzt ein paar Piwik-Admins drüber, weil ich so kleine DBs als groß bezeichne) kann man nicht mit jedem phpMyAdmin mal eben so hochladen.

Piwik – Speicherbedarf

Wie hoch ist der Speicherbedarf einer Piwik-Instanz? Also ich betreibe mein Piwik nun seid über zwei Jahren, davor hatte ich eine andere Instanz, eigentlich mehrere aber die habe ich zusammengeführt.

Neben den Dateien, die in Piwik Version 1.7.1 knapp 19 MiB Speicherplatz benötigten, kommt die Datenbank.

Nach zwei Jahren, aufzeichnung von überwiegend sehr kleinen Projekten, zeichnet meine Instanz nun 18 Webseiten auf. Pro Monat sind es dennoch nur 10.000 – 12.000 Besucher. Die Piwik-Datenbank ist aktuell 184 MB groß und hat 130.000 Besucher mit über 300.000 Aktionen erfasst.

Ich hatte übrigens zwischendrinn wohl mal einen seltenen Fehler, der das Piwik-Team im rotieren hielt, denn meine Piwik-DB stieg mal bei der hälfte der Datenmenge auf 1,6 GiB Speicherplatz an ^^

Also: ich habe viele kleine Projekte, nur drei die etwas größer sind, aber noch nicht lang aufgezeichnet werden. Daher ist hier alles noch so „klein“.

Piwik – Warum eigentlich?

Kommen wir nun zurück zu dem Punkt: Warum Piwik?

Ich habe geschrieben, dass Piwik Speicherplatz braucht, dass man Updates einspielen muss… rundum: Es benötgit Zeit, um Piwik zu betreiben. Warum sollte man dies also tun?

Geiz! Ganz simpel: Geiz!

Hört sich krass an, aber ich glaube, dass ist mein ansporn, Piwik zu benutzen. Ich gönne es Google nicht, zu wissen, wie viele Besucher ich habe. Denn Google Analytics wäre die Piwik-Alternative. Doch was mache ich wenn ich GA benutze? Ich schmeiße Google noch mehr Daten in den Hals, als es mit seinen über 60 Diensten eh schon hat.
Was mit den Daten passiert weiß im Endeffekt keiner mehr.

Also benutze ich Piwik, um die Daten, die ich über die Besucher erfasse -was laut Datenschützer eh schon schlimm ist- für mich zu behalten. Ich kann auch im Piwik konfigurieren, wie weite die IP anonymisiert wird, also bspw 123.456.789.101 (komplett), 123.456.789.0 (letzte 3 Zahlen weg), 123.456.0.0 (letzte 6 Zahlen weg), 123.0.0.0 (letzte 9 Zahlen weg) oder eben 0.0.0.0 (alle Zahlen weg).

Bei Google kann ich nicht prüfen, ob das lediglich so angezeigt wird, oder obs wirklich in der DB gekillt ist. Bei Piwik ist das kein Problem: reinschauen und fertig.

Piwik – Betriebsumfeld

Ich betreibe Piwik auf einem meiner vServer. Ich habe zwei virtuelle WebServer die sich lediglich darum kümmern, über 20 Domains online zu halten, einer davon kümmert sich (leider) noch ums Piwik. „Leider“ aus dem Grunde, weil das Piwik offline ist, wenn der WebServer mal abschmiert (99,8% Verfügbarkeit aktuell), besser wäre ein eigener vServer fürs Piwik.

Piwik – Alternativen

Nein: es gibt keine Alternative zu Piwik. Schonmal überlegt, warum so viele Leute GA nutzen? Weils genial ist. Piwik ist aktuell die einzige wirkliche Alternative dazu, wobei auch bei Piwik noch Features felhlen.

Piwik – Fehlende Features

  1. Zeiträume Vergleichen (bspw. KW1 und KW3; Januar und März)
  2. Asynchrones Tracking
  3. Besucherdauer im Intervall (alle 10 Sekunden prüfen ob der Besucher noch auf der Page ist, aktuell ist Besuchsdauer = Zeit des letzten Visit – Zeit des ersten Visit)
  4. Spaltenwahl des Dashboards (immer fest definiert Besuche, Seitenansichten und Umsatz)
  5. Rechtehandling (jeder Piwik-Benutzer sieht bspw. alle anderen Benutzer, kann nicht eingeschränkt werden)

Piwik – Fazit

Piwik betreiben also die Leute, die zwar Besucherdaten erfassen, aber damit verantwortungsvoll umgehen. Denn „schlimmer“ als Besucherdaten erfassen ist ja eigentlich nur die erfassten Besucherdaten gleich noch einem riesen Konzern in den Rachen zu schmeißen, ohne Überblick, was letztendlich damit passiert.

Geheimnisse sollte man für sich behalten, und wer wann wo eine Webseite besucht, sollte keinen was angehen, außer den Besucher und den Betreiber. Warum den Betreiber? Der sollte wissen, was viel genutzt wird und was nicht, um sein Angebot nachhaltig zu verbessern, das merke ich bei einem Projekt, welches ich ehrenamtlich unterstütze, aktuell sehr stark.

 

PS: Ich nutze diverse Diensete von Google, verteufel den Konzern nicht, nur betrachte ich Google nüchtern und klar. Google hat die besten Dienste, logisch, aber man sollte dennoch drauf achten was diese Dienste so alles mit Daten veranstallten.