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Piwik – Warum die Arbeit?


Auf redirect301 gibt es aktuell die große Piwik-Umfrage. Eine dort gestellte Frage, die ich sehr interessant fand ist: Warum nutzen so viele Piwik?

Ein Aspekt der diese Frage erst wirklich attraktiv macht ist, dass Piwik pflege braucht. Eine Piwik-Installation benötigt eine Datenbank und den Speicherplatz dafür, sowie ebenso Speicherplatz für die Piwik-Dateien.

Piwik – der Aufwand

Für den, der die Piwik-Installation betreibt, ist Piwik Aufwand. Es muss nicht nur einmal Installiert und dann ewig genutzt werden, nein: es gibt auch Updates. Alle zwei oder drei Monate tippe ich mal, wird dann der Versionshinweis oben rechts in der Ecke Orange und dann steht da „Es gibt ein Update“ oder so ähnlich.

Das gute ist inzwischen (ich nutze Piwik schon seid der Version 0.5 oder so): es gibt einen automatischen Update-Prozess. So kam es bei mir noch nie zu einem Fehlerfall und ein Update von Piwik dauerte ganze 2 oder 3 Minuten.

Den Aufwand, eine eigene Piwik-Installation zu betreiben, empfinde ich als sehr gering.

Aufwändig wirds nur, wenn es ein Problem mit dem Piwik gibt, und man aus versehen die DB löscht (ist mir mal vorgekommen), denn so eine 200 – 300 MB große Datenbank (da lachen jetzt ein paar Piwik-Admins drüber, weil ich so kleine DBs als groß bezeichne) kann man nicht mit jedem phpMyAdmin mal eben so hochladen.

Piwik – Speicherbedarf

Wie hoch ist der Speicherbedarf einer Piwik-Instanz? Also ich betreibe mein Piwik nun seid über zwei Jahren, davor hatte ich eine andere Instanz, eigentlich mehrere aber die habe ich zusammengeführt.

Neben den Dateien, die in Piwik Version 1.7.1 knapp 19 MiB Speicherplatz benötigten, kommt die Datenbank.

Nach zwei Jahren, aufzeichnung von überwiegend sehr kleinen Projekten, zeichnet meine Instanz nun 18 Webseiten auf. Pro Monat sind es dennoch nur 10.000 – 12.000 Besucher. Die Piwik-Datenbank ist aktuell 184 MB groß und hat 130.000 Besucher mit über 300.000 Aktionen erfasst.

Ich hatte übrigens zwischendrinn wohl mal einen seltenen Fehler, der das Piwik-Team im rotieren hielt, denn meine Piwik-DB stieg mal bei der hälfte der Datenmenge auf 1,6 GiB Speicherplatz an ^^

Also: ich habe viele kleine Projekte, nur drei die etwas größer sind, aber noch nicht lang aufgezeichnet werden. Daher ist hier alles noch so „klein“.

Piwik – Warum eigentlich?

Kommen wir nun zurück zu dem Punkt: Warum Piwik?

Ich habe geschrieben, dass Piwik Speicherplatz braucht, dass man Updates einspielen muss… rundum: Es benötgit Zeit, um Piwik zu betreiben. Warum sollte man dies also tun?

Geiz! Ganz simpel: Geiz!

Hört sich krass an, aber ich glaube, dass ist mein ansporn, Piwik zu benutzen. Ich gönne es Google nicht, zu wissen, wie viele Besucher ich habe. Denn Google Analytics wäre die Piwik-Alternative. Doch was mache ich wenn ich GA benutze? Ich schmeiße Google noch mehr Daten in den Hals, als es mit seinen über 60 Diensten eh schon hat.
Was mit den Daten passiert weiß im Endeffekt keiner mehr.

Also benutze ich Piwik, um die Daten, die ich über die Besucher erfasse -was laut Datenschützer eh schon schlimm ist- für mich zu behalten. Ich kann auch im Piwik konfigurieren, wie weite die IP anonymisiert wird, also bspw 123.456.789.101 (komplett), 123.456.789.0 (letzte 3 Zahlen weg), 123.456.0.0 (letzte 6 Zahlen weg), 123.0.0.0 (letzte 9 Zahlen weg) oder eben 0.0.0.0 (alle Zahlen weg).

Bei Google kann ich nicht prüfen, ob das lediglich so angezeigt wird, oder obs wirklich in der DB gekillt ist. Bei Piwik ist das kein Problem: reinschauen und fertig.

Piwik – Betriebsumfeld

Ich betreibe Piwik auf einem meiner vServer. Ich habe zwei virtuelle WebServer die sich lediglich darum kümmern, über 20 Domains online zu halten, einer davon kümmert sich (leider) noch ums Piwik. „Leider“ aus dem Grunde, weil das Piwik offline ist, wenn der WebServer mal abschmiert (99,8% Verfügbarkeit aktuell), besser wäre ein eigener vServer fürs Piwik.

Piwik – Alternativen

Nein: es gibt keine Alternative zu Piwik. Schonmal überlegt, warum so viele Leute GA nutzen? Weils genial ist. Piwik ist aktuell die einzige wirkliche Alternative dazu, wobei auch bei Piwik noch Features felhlen.

Piwik – Fehlende Features

  1. Zeiträume Vergleichen (bspw. KW1 und KW3; Januar und März)
  2. Asynchrones Tracking
  3. Besucherdauer im Intervall (alle 10 Sekunden prüfen ob der Besucher noch auf der Page ist, aktuell ist Besuchsdauer = Zeit des letzten Visit – Zeit des ersten Visit)
  4. Spaltenwahl des Dashboards (immer fest definiert Besuche, Seitenansichten und Umsatz)
  5. Rechtehandling (jeder Piwik-Benutzer sieht bspw. alle anderen Benutzer, kann nicht eingeschränkt werden)

Piwik – Fazit

Piwik betreiben also die Leute, die zwar Besucherdaten erfassen, aber damit verantwortungsvoll umgehen. Denn „schlimmer“ als Besucherdaten erfassen ist ja eigentlich nur die erfassten Besucherdaten gleich noch einem riesen Konzern in den Rachen zu schmeißen, ohne Überblick, was letztendlich damit passiert.

Geheimnisse sollte man für sich behalten, und wer wann wo eine Webseite besucht, sollte keinen was angehen, außer den Besucher und den Betreiber. Warum den Betreiber? Der sollte wissen, was viel genutzt wird und was nicht, um sein Angebot nachhaltig zu verbessern, das merke ich bei einem Projekt, welches ich ehrenamtlich unterstütze, aktuell sehr stark.

 

PS: Ich nutze diverse Diensete von Google, verteufel den Konzern nicht, nur betrachte ich Google nüchtern und klar. Google hat die besten Dienste, logisch, aber man sollte dennoch drauf achten was diese Dienste so alles mit Daten veranstallten.

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Über Oliver Lippert

Oli ist gelernter Systementwickler (FFA - ausgeschrieben sprengt es den Rahmen) , 1990 Geboren und inzwischen glücklich verheiratet. Seid mehr als 10 Jahren WebEntwickler, seit 2011 auf professioneller Ebene. 2012 begann Oli ein Nebengewerbe im Bereich WEB (Wartung, Entwicklung, Bereitstellung) und hat inzwischen eine vielzahl an Projekten zuverlässig und kundenorientiert abgewickelt, betreibt eigene WebServer und Hostet eine vielzahl an Webseiten.

10 Gedanken zu „Piwik – Warum die Arbeit?

  1. Ingo

    Warum ich Piwik nutze? Weil ich keine Lust habe, Google noch mehr Daten über meine Besucher zu geben und eben auch aus Datenschutzgründen. So ist alles bei mir und bleibt auch bei mir. Mit Deinem Speicherverbrauch bist Du aber noch recht gut dran. Bei mir läuft es nun seit Version 0.5RC mit 30 Domänen in der Erfassung. Aktuell belegt die DB über 19GB! Aber damit kann ich leben. Das „Geiz ist Geil“ ist aber nicht so ganz passend, denn Analytics ist kostenlos und für Piwik brauch ich einen extra Server, den ich zahlen muss.

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  2. Oliver Lippert

    Ja das stimmt. Bei mir hält sich der Piwik-Aufwand aber wirklich noch in grenzen daher entstehen keine extra-kosten oder so, ich kann also sagen, dass ich Piwik aus Geiz betreibe 🙂

    Ich finde es gut, wenn Du Piwik nutzt, auch wenn es extra kostet ^^

    Danke für deinen Kommentar.

    Antworten
  3. Ingo

    Jetzt ist es durchaus auch anders. Anfangs hatte ich nur 2 Webseiten in der Erfassung (ca. 3 Mio PI im Monat), doch das System war um Längen langsamer. Da brauchte so ein Archivierungsvorgang, vor allem für Monate und Jahre gerne mal 0.8 bis 1.2 GB an RAM und dauerte dann auch 5-10 Minuten. Das ging auf einem produktiven Webserver einfach nicht, zumal die DB auch auf etwa 1GB eingerichtet ist.

    Das hat sich seit ca. 4-5 Versionen jedoch deutlich entspannt. Nun liegt der Maximalwert bei mir für 30 Domänen bei ca. 480MB. Zeitlich sind es 2-3 Minuten, dann sind auch die Jahresauswertungen abgeschlossen.

    Und, ich habe für Piwik auch nur einen kleinen vServer. Einzige Problem jetzt nur, meine Platten sind fast voll 😉

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  4. Oliver Lippert

    Ja das ist auch das, wasm ich an vServern (mehr kann ich mir aktuell nicht leisten) nervt: kleine Festplatten…

    Ich werde Piwik bald vielleicht auch auf einen eigenen vServer auslagern, das liegt aber daran, das es möglichst verfügbar sein soll und der vServer, auf dem es aktuell läuft (selbiger wie AllesIT) nur aktuell 99.5% oder so verfügbar ist.

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  5. Ingo

    Huch, 99,5%, das ist doch ein guter Wert. Also meiner ist bei Strato. Ausfälle hatte ich da keine, aber dennoch offline-Zeiten. Eben immer dann, wenn ein Update gemacht wird, die Infrastruktur modernisiert wird oder viel öfter, wenn ein neuer Kernel eingespielt wird. Müsste ich mal umrechen, aber ein paar Stunden im Jahr sind das schon. Ok, grob überschlagen. 0,5% sind es nicht, eher so 0,1 bis 0,2 🙂 Und eine Frage des Speicherplatzes ist halt auch die Archivierung. Die Rohdaten muss man ja nicht behalten. Bei mir sind es aktuell aber noch 18 Monate. Könnte das ja auf 12 senken oder so, dann wäre wieder Platz.

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  6. Oliver Lippert

    Das sind Punkte die ich noch nie gerafft habe, diese Archivierung… Ich betreibe neben 4 vServern (1 GameServer, 3 WebServer) einen vServer nur fürs Monitoring, der ist bei der Internetagentur WAS (war mein allererster vServer) und die anderen bei cyberwebhosting.de.

    Von deren Seite gab es bislang erst zwei Ausfälle, die genaue Verfügbarkeit seid 1.1.12 (seidtem betreibe ich diese vServer-Farm, davor wars ein „großer“ vServer) kann ich nicht sagen, da dem Monitoring-Server aktuell der Arbeitsspeicher ausgeht und ich dazukaufen muss oder woanders nen neuen vServer miete und das Monitoring umlagere ^^

    Nagut das ist aber ziemlich off-Topic 🙂 Ich schreib dir vielleicht mal ne Mail oder so, bezüglich Piwik, ich habe da noch zwei offene Fragen (ja auch uch habe mal fragen :P) und die kannst du vielleicht beantworten 🙂

    Schönen Abend noch

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  7. Aufschnürer

    Piwik ist schon DIE Alternative. Aber ehrlich gesagt ist mir jedesmal mulmig zumute, wenn ich Piwik nicht auf einem (v)Server sondern auf einem Webspace installiere. Die Systemressourcen sind da ja meistens sehr beschränkt. Wobei, wenn man nur einen kleinen Blog mit überschaubaren Besucherzahlen betreibt, kann eigentlich nicht viel schief gehen 🙂

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  8. Oliver Lippert

    Ja das ist so das Problem mit Hosting-Paketen 🙂 Aber ich habs auf nem eigenen vServer, da hab ich das Sagen und kann die Power bestimmen.

    Wobei vorher, als ich es auf all-inkl.com hatte, hatte ich auch nie Probleme. Ich denke es kommt auf den Hoster drauf an.

    Hast du schon mal Probleme gehabt?

    Antworten
    1. Aufschnürer

      Nein ich hatte noch nie Probleme mit Piwik. Weder beim Installieren, noch bei Updates/Upgrades. Server-Umzüge allerdings sind immer etwas nervig wegen der großen Datenmengen. Bei SSH-Zugang kein Problem, bei Hosting-Paketen allerdings bleibt nur der Umweg z.B. über MySQLDumper (der just in diesem Moment meinen Dump wieder einspielt 🙂 ).

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  9. Oliver Lippert

    Ja das stimmt, ich habe das Glück immer von Server zu server umzuziehen, dann mach ich immer wget und dann kann der Server mit 100Mbit seine DB in wenigen Sekunden übertragen 🙂

    Das Importieren ist gerade bei Hosting-Lösungen, wo man nur über phpMyAdmin auf die DB darf und auch nur 32MB Files Uploaden darf, ein großes Problem.

    Ach wie gut dass mir das alles inzwischen erspart bleibt.

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