Wie schnell gehts denn kaputt, das Internet?

bitconnect

Internetauslastung übersteigt Kapazität

Die Nutzung des Internet steig antiproportional und wird sich bis 2014 vervierfachen, ganze 767 Exabyte Daten werden dann übertragen werden, problematisch daran ist, dass diese Datenmenge teilweise nicht mehr übertragbar ist. Dem Internet wäre mit so einer Datenmenge ein Ende gesetzt.

Genau aus diesem Grund treffen sich die größten Telekommunikationsunternehmen einmal monatlich in Bonn, denn es gilt eine Lösung zu finden.

Grundlegend gibt es zwei Möglichkeiten, den Datentraffic zu meistern:

Legen eines neuen Kabelnetzes

Die eine Variante wäre, ein neues Kabelnetz zu legen. Was ist ein Kabelnetz? Das von mir beschriebene Fischernetz, durch das die Daten übertragen werden.

Denn Dank neuer Technik, wäre durch das legen eines neuen Kabelnetzes das Übertragungsproblem -vorerst- übergangen.

Problematik an dieser Variante ist: Geld. Das internet ist kein LAN (Local Area Network), wie es jeder zu Hause hat sondern ein GAN (Global Area Network), es reicht also um den ganzen Globus. Die neuen Kabel müssten mehrere 10.000 KM lang sein, wenn nicht sogar einige 100.000 KM. Ich habe leider keine KM-Zahl gefunden, was so an Kabeln derzeit für das Internet eingesetzt wird, aber es gibt berichte, wie Tansania ans Internet angeschlossen (15.000km, 600 Mio. Dollar) ist oder wie lang die Verbindung zwischen USA und China fürs Internet (18.000km, 500 Mio. Dollar) ist. Beide Projekte zusammen haben 1.1 Mrd. Dollar gekostet und das für nur zwei Länder. Was wird es also Geldlich und Zeitlich kosten die Welt neu zu verbinden?

Die Kosten sollen jedenfalls bei dieser Variante zumindest Teilweise auf die wirklich großen Traffic-Erzeuger (Youtube bspw.) abgewälzt werden, diese wären sich natürlich.

Einführen einer Paket-Priorisierung

Was hat denn jetzt die Post mit dem Internet zu tun? Pakete gibt es nicht nur bei der Post, sondern auch im Internet. Im Internet werden Daten nämlich Paketorientiert übertragen. Paketorientiert bedeutet, dass eine Datei (beispielsweise ein Youtube-Video) in viele kleine Stücke gehakt wird, diese werden Nummeriert und dann einfach über die Leitungen, die zum Zeitpunkt des Versendens frei sind, verschickt. Ihr erinnert euch sicherlich an das Fischernetz. Es ist also auch möglich, dass das Paket eins erst über Asien, Indien und dann über England zu deinem Computer findet, Paket zwei allerdings direkt übertragen wird somit wäre Paket zwei vor dem Paket eins da. Problematisch? Nein nicht fürs Internet, je nach Konfiguration der übertragung werden die Pakete neu einsortiert und dann als Video angezeigt.

Bei Live-Übertragungen würde Paket zwei einfach entfallen und zwischen Paket eins und Paket drei würde ein kleiner Ruckler entstehen. Durch das zerhacken in Pakete können mehrere Leitungen des Internet genutzt werden, somit ist es effizienter genutzt, das Internet.

Die Zweite möglichkeit wäre jetzt also, diesen Paketen eine Prioritätseigenschaft zuzuweisen, Priorität 1 wäre also super wichtig und würde vor einem Paket mit der Priorität 2 oder 3 Übertragen werden.

Je höher die Priorität, desto teuerer würde das Übertragen von Daten durchs Internet werden, die Kosten sollen dann von den Providern/Hostern gezahlt werden, also: will ein Hoster guten Service bieten, ordert er Priorität 1 und zahlt ab dann mehr für seine durch seine Kunden erzeugten Datenübertragungen. Soweit ist ja noch alles OK, für Privatpersonen ändert sich vorerst nichts, allerdings würde sich diese Variante früher oder später auch auf Privatpersonen auswirken, denn Beitreiber einer Webseite müssten dann mit Preisanpassungen im Hosting rechnen, ich beispielsweise habe für meinen vServer eine Traffic-Flatrate, ich kann übertragen soviel ich will (derzeit 31.01.2011 für Januar 19 GB) der Traffic würde dann sicherlich auf wenige 100 GB, wenn nicht sogar nur einige 10 GB begrenzt werden, ab dann müsste ich pro GB sicherlich dazuzahlen.

Fazit der aktuellen Lage

Wie man es dreht und wendet, aktuell bröckelt das (deutsche) Internet:

Gerade erst sind wir am JMStV vorbei,
kommt auch schon der nächste Brei.
Es bleibt also spannend wir werdens ja sehn,
einer bleibt, ein anderer wird gehen.

Nur geht nicht zu früh, wartets doch ab,
vielleicht blicken wir, bald auf diese Story herab,
und sagen dann lächelnd „ja dass wärs ja gewesen“,
und hocken dann denkend über Internetspesen.

So oder so ähnlich schließe ich diesen Artikel mehr oder minder Fazitlos ab, denn zu der zukünftigen Entwicklung der beiden Varianten kann ich derzeit nichts sagen.

Es bleibt uns nur zu hoffen, dass alles seinen richtigen Weg findet…

Nachtrag: der Artikel existiert als solcher schon länger, gerade habe ich noch einen Artikel dazu gelesen, Netzgezitscher zitiert einen Knotenpunktbetreiber, bis 2015 wäre trotz verzwanzigfachung des Traffic keine Überlastung zu erwarten.

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Über Oliver Lippert

Oli ist gelernter Systementwickler (FFA - ausgeschrieben sprengt es den Rahmen) , 1990 Geboren und inzwischen glücklich verheiratet. Seid mehr als 10 Jahren WebEntwickler, seit 2011 auf professioneller Ebene. 2012 begann Oli ein Nebengewerbe im Bereich WEB (Wartung, Entwicklung, Bereitstellung) und hat inzwischen eine vielzahl an Projekten zuverlässig und kundenorientiert abgewickelt, betreibt eigene WebServer und Hostet eine vielzahl an Webseiten.

4 Gedanken zu „Wie schnell gehts denn kaputt, das Internet?

  1. Nathanael

    Hey Oli,
    das ist echt ein interessanter und cooler Artikel, darauf habe ich mich sehr gefreut. Über die Artikelvorschau konnte man ja schon länger sehen was kommen wird. Weiter so! 🙂
    LG Nathanael

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  2. Oliver Lippert Beitragsautor

    Hey Nathanael,
    cool. Echt. Ich freue mich, dass jemand die Vorschau benutzt ^^ Dafür ist sie gedacht.

    Ich bin heute eine halbe Stunde vor dem Wecker aufgewacht, mit Bauchschmerzen, mir gings echt doof. Nachdem ich mich etwas einbekommen hatte habe ich zu viel Zeit gehabt und einen weiteren Artikel geschrieben, währenddessen habe ich gemerkt dass ich für heute noch gar nichts geplant hatte 🙂 Fast wäre diese Woche also ohne Artikel gestartet 😛

    Ich habe mich auch sehr über diesen Artikel gefreut, er hat echt spaß gemacht, es freut mich umso mehr, wenn Du zustimmst.
    Ich hoffe ich habe alles zumindest halbwegs verständlich erklärt !?

    Antworten
  3. Nathanael

    Klar Oli,
    für mich persönlich schreibst Du genau richtig. Denke so oder so, dass es nicht möglich ist es allen Recht zu machen. Zu verschieden sind wir Menschen. Ich les hier auf jeden Fall weiter! 🙂
    LG Nathanael

    Antworten
  4. Pingback: Artikel-Empfehlung KW 10 2011 - Olis Computerblog

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